Was ist eine Partei ?
Zunächst wäre festzuhalten, dass jede Partei in Deutschland rechtlich einen Verein darstellt. Folglich kann sich jede Partei eine eigene Verfassung geben, man nennt dieses Gesetz, für die Mitglieder des Vereins, einfach Satzung.
Die Satzung regelt das Zusammenwirken der verschiedenen Gremien und Ebenen einer Partei. Wobei sich die örtlichen Strukturen der CDU an den vorgegebenen Wahlkreiseinteilungen zu den verschiedenen Wahlen, insbesondere den Landtagswahlen orientieren. Da die CDU als Partei an Wahlen teilnehmen will, ist eine derartige Struktur sinnvoll.
Jede dieser Ebenen hat wiederum die Möglichkeit sich eine eigene Satzung zu geben, wobei sich alle Ebenen primär an der Bundessatzung orientieren, denn jeder Teil der Partei ist Teil des Vereins CDU.
Politisch können Parteien folgendermaßen definiert werden (§1 des Parteiengesetzes): "Parteien sind Vereinigungen von Bürgern, die dauernd oder für längere Zeit für den Bereich des Bundes oder eines Landes auf die politische Willensbildung Einfluss nehmen und an der Vertretung des Volkes im Deutschen Bundestag oder einem Landtag mitwirken wollen, wenn sie nach dem Gesamtbild der tatsächlichen Verhältnisse, insbesondere nach Umfang und Festigkeit ihrer Organisation, nach der Zahl ihrer Mitglieder und nach ihrem Hervortreten in der Öffentlichkeit eine ausreichende Gewähr für die Ernsthaftigkeit dieser Zielsetzung bieten. Mitglieder einer Partei können nur natürliche Personen sein."
Mitgliederversammlung
Über die Satzung entscheidet das höchste Gremium eines Vereins, die Mitgliederversammlung. Dabei ist in der Regel eine dreiviertel Mehrheit erforderlich. Sie bestimmt auch den Vorstand und die Delegierten für die nächsthöhere Ebene.
Dies hat zur Konsequenz, dass nur derjenige am Kreisparteitag teilnehmen kann, der von der Jahreshauptversammlung des Ortsverbandes gewählt wurde. Dies gilt dann auch für die nächsten Ebenen, insofern müssen sich auch alle Verantwortlichen auf der Bundesebene, von der Jahreshauptversammlung ihres Ortsverbandes wählen lassen, um entsprechend "aufzusteigen".
Aus diesem Grunde ist die politische Arbeit auf Ortsebene für jedes CDU-Mitglied von Bedeutung.
Da die Satzung quasi Gesetzescharakter hat, müssen diese Gesetze auch kontrolliert werden, insofern hat jede Partei auch eine eigene Gerichtsbarkeit für interne Vereinsangelegenheiten, das sogenannte Parteigericht.
Aufgaben der Parteien
Die Parteien werden natürlich nicht nur durch rechtliche Rahmenbedingungen definiert, sondern haben für unser demokratisch organisiertes Gemeinwesen unverzichtbare Aufgaben: zunächst dienen sie der Artikulation der Interessen ihrer Mitglieder und wirken damit an der politischen Willensbildung des Volkes mit. Gleichzeitig stellen Parteien auch das Personal, welches sich bei den Wahlen zur Verfügung für öffentliche Ehrenämter und Mandate bewirbt. Auf bestehende Parlamente und Regierungen nehmen Parteien durch ihre Artikulation ebenfalls direkten Einfluss.



